Das Lied
Salvatore Di Giacomo und Francesco Paolo Tosti komponieren „Marechiare“: Die Bucht wird zur Legende, ihre Felsen werden zu Versen.
Die Trattoria Cicciotto wurde 1942 an einem der bezauberndsten Orte Neapels gegründet, am Ufer der Bucht von Marechiaro, die von den alten Römern geliebt und durch berühmte Lieder verewigt wurde — allen voran das von Salvatore Di Giacomo und Francesco Paolo Tosti.
Verzaubert und berauscht von der Meeresbrise und dem Geschmack des an diesem von Dionysos gesegneten Ort Gebotenen, haben die Gäste seit über siebzig Jahren stets das Glück gefunden, die Weisheit eines Lebens ohne Hektik, erfüllt von fröhlichen und entspannenden Momenten.
Quanno spónta la luna a Marechiare,pure li pisce nce fanno a ll'ammore…Se revòtano ll'onne de lu mare,pe’ la priezza cágnano culore…
„Marechiare“ — Salvatore Di Giacomo · Francesco Paolo Tosti, 1885
Der charmante Name greift die imposante, rundliche Erscheinung des Gründers Vincenzo Capuano auf, der, von der Poesie dieses suggestiven Ortes angezogen, der Küche und den Meeresfrüchten mit derselben Leidenschaft widmete, mit der Dichter und Musiker dieses paradiesische Ambiente in Versen und Noten festhielten.
Zu Cicciotto kommt man nicht nur zum Essen. Zwischen den Gängen geht Giovanni — der Sohn des Gründers, heute sechsundachtzig Jahre alt — durch den Saal und beginnt zu singen: die Lieder Neapels, die von Mond, Meer und Liebe erzählen, wenige Meter von den Felsen entfernt, die sie inspiriert haben.
Er arbeitet nicht mehr, doch er ist immer da; hin und wieder erhebt sich seine Stimme zwischen den Tischen, zur großen Freude der Stammgäste wie der Reisenden. Es ist keine Vorstellung: Es ist die Art des Hauses, willkommen zu heißen — eine bis heute lebendige Tradition.
Salvatore Di Giacomo und Francesco Paolo Tosti komponieren „Marechiare“: Die Bucht wird zur Legende, ihre Felsen werden zu Versen.
Vincenzo Capuano, genannt Cicciotto, eröffnet die Trattoria am Ufer der Bucht. Wenige Tische, der Fang des Tages und das Meer einen Schritt entfernt.
Neapolitaner und Reisende steigen zur Bucht hinab für die Küche des Meeres — und kehren für die Atmosphäre zurück. Die Trattoria wächst, ohne ihre Seele zu verändern.

Das Restaurant, mit über achtzig Jahren Geschichte, liegt in den aufmerksamen Händen der Erben Gianluca und Vincenzo.
Roher oder gegrillter Fisch, Meeresfrüchte, unnachahmliche Krapfen, Polpensoppressate sowie unbeschreibliche Spezialitäten wie die Schiaffoni mit Hummer und die Linguine mit Krabben — bei Cicciotto haben sie den unvorstellbaren Geschmack des Meeres, hinterlassen aber vor allem, wie die Süßspeisen, jene menschliche und zeitlose Poesie im Mund, deren Verse in ein Leben voller Rausch führen, unberührt und stressfrei.
— die Familie Capuano, dritte Generation